Camping Trip im Big Bend

Hey …

Vielleicht kennst du mich nicht ( wäre schön, denn dann weiss ich, dass auch Menschen meinen Blog lesen, die nicht mit mir befreundet sind ) aber eins sei dir gesagt: Ich war im Herzen ein richtiges CITYGIRL.

Aufgewachsen bin ich jedoch auf dem Land.  Man müsste theoretisch meinen, mir wäre das alles vertraut, in der Natur zu sein und ich hätte damit keine Probleme. Weit gefehlt! Ich hasste Dreck, das Land & alles was dazu gehörte. Ein richtiges Citygirl eben.
Einmal war ich mit meinen Freundinnen zu einer Hochzeit eingeladen und wir mussten dafür raus aufs Land und uns eine Ferienwohnung mieten. Mitten auf dem Land! Während meine Freundinnen es alle wunderschön fanden, mit den kleinen Katzen der Vermieterin spielten und Rosenmarmelade aßen, dachte ich mir die ganze Zeit nur so: wo bin ich hier gelandet? Überall Tiere, Insekten, kein Laden um die Ecke u.s.w.
Jedenfalls wollten meine Freundinnen auch öfters mit mir mal weg fahren, auf eine Hütte, zum wandern oder sowas; meine Antwort dazu war stets: Auf gar keinen Fall! Ich gehe maximal 2h spazieren und das ohne dämlichen Wanderrucksack! Wenn sie mir mit Zelten kamen, habe ich sie nur ausgelacht! Ich in einem Zelt? In der Natur? Undenkbar …. ich war eine TUSSI durch & durch.

Doch dann, je älter ich wurde, desto mehr änderte sich meine Einstellung zu dem Thema. Auf Reisen habe ich bis dato schon immer Ausnahmen gemacht. Wenn es erforderlich war, habe ich auch mal auf einem Steinboden geschlafen, über mir die Geckos und sämtliche andere Tiere. Mich jedoch freiwillig in die Natur begeben, nein!

Jedenfalls bekam ich so nach und nach immer mehr Freude an der Natur. Mit 24 fing ich das joggen im Wald an und es machte mir tatsächlich Spaß. Davor war für sportliche Aktivitäten nur ein Fitnessstudio in Frage gekommen.

Und so kam es ganz spontan letztes Jahr im November dazu ( 2015 ), dass meine Freunde aus Texas, wo ich zu der Zeit wohnte, mit mir Campen gehen wollten.
Natürlich haben sie mich auch mit Bildern gelockt und ich muss sagen, ich war fasziniert. Von der Landschaft, die sich da vor mir bot. So sind wir also zu 3 einfach mal so 8 Stunden an die mexikanische Grenze gefahren, in den Big Bend National Park  und haben dort 3 Tage Auto-Camping gemacht.
In den USA wird zwischen Auto-Camping und Primitiven-Camping unterschieden. Während du beim Auto Camping einen Großteil deiner Sachen im Auto hast und so auch an Wasser, Essen u.s.w. ohne Probleme ran kommst, wird bei dem Primitiven Camping mit Sack und Pack irgendwo hin gelaufen um dort total wild zu campen. Sprich, dein Rucksack Gewicht beträgt mindestens 20kg, es ist kein Waschen oder ähnliches möglich, da du nur Wasser für dich zum trinken mitnehmen kannst. Ihr versteht also den Unterschied.
Meine Freunde meinten daher, dass wir Auto – Camping machen, um mir den Einstieg zu erleichtern. Auch war damals bei diesem Camping Platz in den Bergen ein kleines Toilettenhäuschen aufgestellt.

Das war für mich einer der schönsten Erfahrungen überhaupt! Ich war so fasziniert von den Bergen, der trockenen Landschaft, dem Wandern, der Natur …. es hatte mich gepackt!

Tja und das wollte ich mit Heidi dann auch erleben und ihr zeigen. Sie ist ja nicht so der Texas Freund wie ich, aber ich dachte, das wäre ein Ausflug womit ich es ihr schmackhaft machen könnte.

Losgefahren sind wir am frühen Morgen, die Strecke dorthin ist super einfach. In Texas geht es fast immer nur ewig lange gerade aus.
Ich war an diesem Tag ziemlich im Eimer, weil nur ich Auto fahren durfte, da man in den USA bei Fahrern unter 25 immense Zusatzgebühren zahlen muss. Wollten wir natürlich nicht. Also ca 10l Kaffee später kamen wir gegen Mittag im Park an.
Heidi mit ihrer gemütlichen Art wollte selbstverständlich erst mal chillen, aber durch meine gute Erfahrung mit meinen Freunden, die mich echt auch einiges gelehrt hatten, wusste ich, dass man beim Zelt aufbau zügig voran schreiten muss, denn der Wind & das Wetter können sich verdammt schnell ändern.  ( dazu müsste ich eigentlich mal ein Video zeigen haha )

Nach dem Aufbau haben wir noch schnell etwas zu essen gemacht und dann ab ins Bett, ähhhh Zelt & Boden und nur eine Luftmatratze und naja …. gemütlich ist etwas anderes ….

Am nächsten Morgen wurde dann erst mal Kaffee gemacht

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Irgendwie hatte ich nicht geschnallt, wie dieser kleine Gas Kocher funktioniert den wir dabei hatten, musste ich folglich ganz traditionell Kohlen anzünden um heisses Wasser zu bekommen ….

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Heidi ist einfach eine TOP Photographin

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So sah unser Zelt aus, natürlich viel zu groß für 2 Leute, aber so viel Platz haben war echt gut

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Und so sah das ganze dann komplett aus

Nach dem Frühstück mit Sonnenaufgang sind wir zur Ranger Hütte gefahren um uns Wanderwege auszusuchen, die wir tagsüber laufen könnten.
Heraus kam dabei an diesem Tag: Ein Wüsten Wanderweg, entlang am Rio Grande Fluss, der die Grenze zu Mexiko bildet:

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Es war wirklich traumhaft, die Berge sahen zum Teil aus wie der Tafelberg in Südafrika, weil sie oben ganz flach waren.
Nach diesem Wandertag kam abends sehr starker Wind auf und wir mussten das Zelt nochmal extra fixieren. Ich hatte schon damit gerechnet, das wir im Auto schlafen müssen, da die Gefahr, die von dem Wind ausging, einfach zu groß war. Aber so schnell und stark der Wind gekommen war, so ging er auch nach ca 3 Stunden wieder …. es kehrte Ruhe ein

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Unser ständiger Freund auf dem Campingplatz waren die sogenannten „Roadrunner“ Falls ihr mehr über diesen Wegekuckuck erfahren wollt, verlinke ich euch hier direkt zu Wikipedia.
Auch haben wir Kojoten, Hasen & einige andere kleine Tiere gesehen. Die Schlangen, Skorpione und Taranteln bleiben glücklicherweise aus…

An unserem 2 Tag wollte ich mit Heidi unbedingt in den Bergen wandern gehen, da ich dort mit meinen Freunden auch unterwegs war und ich es als wunderschön empfunden habe. Hier ein paar Impressionen von diesem Tag:

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Traumhaft oder? Ein wirklich gelungener Tag!!!!

Der 3 und letzte Tag war dann eigentlich schon wieder die Abreise. Auf dem Weg zum Parkeingang ( ca 1,5h Fahrt ) haben wir nochmal ein paar Bilder geschossen:

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Fazit: Dieser Camping Trip ( und der davor mit meinen Freunden ) hat mein Leben unglaublich bereichert. Ich bin so froh, dass ich dieses Abenteuer gewagt habe!!!! Ich hätte es selbst nie für möglich gehalten, dass mir das gefallen würde.
Mit Heidi diesen Trip zu machen hat unserer Beziehung unheimlich gut getan. Nicht, dass wir das gebraucht hätten, aber wir sind ziemlich viel rum gereist & haben super viel erlebt; da waren diese Tage sehr entschleunigend, es ging nur um uns, ohne Internet, einfach zusammen die Natur erleben, wandern gehen, zusammen eine Lösung finden bei Problemen u.s.w.
Für mich waren es einer der schönsten Tage in den USA!!!!

Falls ihr auch daran Interesse habt; hier ist der offizielle Link zum Park

Danke fürs Lesen, das wurde ein langer Bericht ….

Bis zum nächsten Mal …

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1 Comment

  1. Hey Hanna, ich hab schon laenger darauf gewartet, dass du mal einen Blog machst, nachdem ich in der Facebookgruppe deine Fotos und Beitraege gesehen habe und deine Reisen so spannend klangen. Der Bericht war sehr cool! Ich breche in wenigen Tagen auch zu einem Carcamping-Roadtrip durch den Westen der USA auf, weshalb das jetzt perfekt gepasst hat. Freu mich, noch mehr von euch zu lesen.
    Viele Gruesse aus den USA,
    Olivia
    P.S. Sei froh, dass ihr keine Schlangen getroffen habt. Ich bin letzte Woche fast auf eine drauf getreten und hatte 5 min danach die erste Begegnung mit einer Klapperschlange und den Schock meines Lebens… 😀

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