Ich gebe dir eine Wochenaufgabe!

Es ist Montag, Feiertag und Wochenanfang. 
Ich wähle ganz bewusst einen Text ohne Bilder. Lediglich ein Beitragsbild gibt es.

Ich möchte hier keinen Moralapostel raus hängen lassen, aber in letzter Zeit sind mir bzw uns komische Dinge passiert, die vielleicht zum Nachdenken anregen. Meine Gedanken regen sie zumindest an.

Als wir vor einigen Wochen bei meiner Mutter zu Besuch waren, brannte in 50m Luftline entfernt ein Haus lichterloh. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert, aber wir haben alles mitbekommen. Ich stand gerade im Bad und habe mich abgeschminkt, da knallte etwas und Geschrei kam auf. Ich dachte, ach ja, ist da also eine Party in der Nachbarschaft. Bis Heidi ganz aufgeregt zu mir ins Bad kam und sagte: Schatz, es brennt! Ich war zuerst total geschockt, dachte dass bei uns etwas brennt!
Ich kam nach oben und mein Stiefvater war bereits dabei die Feuerwehr zu alarmieren. Meine Mutter war sehr aufgebracht und sagte, wir sollen im Haus bleiben, falls es weitere Explosionen geben würde.
Es war wirklich schlimm mit anzusehen, wie schnell sich das Feuer ausgebreitet hat. Und, was wir bereits vermuteten, dass es Brandstiftung war, lies mich in dieser Nacht kein Auge zu tun.

Vor ein paar Tagen sind Heidi & ich nur knapp einem Autounfall entkommen, direkt hinter uns gab es eine Karambolage und 2 Autos in der Mitte waren ein Totalschaden. Es war eine Umleitung und entsprechend viel Verkehr auf der Straße, als ich in den Seitenspiegel schaute, einen lauten Knall hörte und sah, wie die Frau hinter uns mit dem Kopf nach vorne aufs Lenkrad knallte. Im ersten Moment dachte ich, sie wäre uns hinten rein gefahren, nicht daran denkend, dass ihr ja ebenfalls jemand reingefahren sein könnte. Ich schmiss mein Handy aus der Hand und schrie Heidi an, sie solle sofort anhalten. Da standen wir also, hinter uns diese Karambolage mit den kaputten Autos und den schockierten  Menschen. Ich sah total ungläubig unser Auto an, das keinen einzigen Kratzer davon getragen hatte. Glücklicherweise waren die Beteiligen wohlauf, soweit man das beurteilen konnte. Heidi brauchte erst mal einen Schnaps zu Hause.

Gestern waren wir in Ulm beim verkaufsoffenen Sonntag. Unser Grund dorthin zu fahren war, dass Heidis Schwester und ihre Freundinnen zu einer Autogrammstunde von Youtube Star Lukas Rieger wollten. Ich weiss nicht mal wer das ist, war mir aber auch egal, da ich mit Heidi bisschen in den Läden bummeln wollte.
Man hörte viel Gekreische, der Youtube Star hatte zuerst ein Interview, danach Autogramm Stunde. Auf einmal, während wir beim Asia Imbiss essen waren, kam eine Durchsage, dass Lukas Rieger das Gebäude verlassen hat und die Fans ebenfalls das Gebäude verlassen sollten. Wir schauten uns an und wussten sofort das etwas nicht stimmte. Wir suchten Heidis Schwester und ihre Freundinnen, die uns erzählten was passiert war: Es kamen viel mehr Teenies als gedacht und die Sicherheitslage ist außer Kontrolle geraten. Es waren kaum Absperrungen oder Ähnliches da, die Massen an Menschen waren zu viel, dutzende Menschen konnten in der Masse nicht mehr atmen, kollabierten und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Rolltreppe ging zu bruch, 2 Mädels erhielten Schnittwunden. Wir waren Gott froh das Heidis Schwester diese Lage erkannte und aus der Masse raus gingen, bevor sie sich schlagartig in Bewegung gesetzt hat und es zu diesen Unfällen kam. Natürlich waren die Mädchen total geschockt! Dieses Gefühl der Angst in einer Menschenmasse zu stecken und dieser nicht mehr entweichen zu können.
Wir hoffen, das es zu einer Anzeige gegen die Veranstalter kommt, da lediglich die Rolltreppe mit 3 Gittern abgesichert war.
Der Tag war danach gelaufen und wir fuhren wieder nach Hause.

Diese 3 Geschichten ereigneten sich in den letzten Wochen. Schon beim Hausbrand dachte ich; wie sich doch von einer Sekunde auf die andere Alles ändern kann.
Es ist so wichtig im Hier und Jetzt zu leben, nur leider vergessen wir das all zu oft in unserem Alltagsstress. Mich selbst mit eingenommen! Ich muss mir wieder bewusst werden, wie kostbar jeder Moment ist und ihn auch mit allen Facetten zu genießen.

Das ist meine persönliche Aufgabe für diese Woche. Auch wenn es etwas stressig werden wird, da wir am 6. nach Frankfurt ziehen, möchte ich mein Ziel nicht aus den Augen verlieren. Denn ich möchte das Leben bewusst leben, es nicht an mir vorbei ziehen lassen …. denn ändern, kann sich schnell etwas und das nicht immer zum Positiven.

Was möchtest du dir die Woche bewusst vornehmen?

Bis zum nächsten Mal …

7 Comments

  1. Wow… Bei all den Dingen bin ich wirklich froh, dass dir nichts passiert ist. Ich kenne dich zwar nicht, aber generell hätte jedes dieser Ereignisse noch schlimmer ausgehen können. Das ist wirklich viel und ich denke wirklich, dass es einen wachrüttelt.

    Mehr im Hier und Jetzt zu leben ist eine gute Idee. Ich kenne von mir selber, dass ich manchmal zu sehr an meine Zukunft denke, mir Sorgen mache oder mich mit der Vergangenheit auseinandersetze und dabei die Gegenwart vollkommen vergesse.

    Das Dumme, wie ich finde, ist, dass in der Schule, wie zum Beispiel bei mir, oft betont wird, dass wir dies und jenes für später brauchen. In der Schule und auch außerhalb von dieser denkt man fast permanent an seine Zukunft: Ich darf diese Note nicht verhauen, ich brauche das später, wenn ich das nicht schaffe, falle ich hier durch und damit ist mein gesamtes Leben im Arsch. Es herrscht ständiger Druck, der mir sagt: Für später… Später muss ich… In der Zukunft benötige ich…

    Da fällt es echt schwer im Hier und Jetzt zu leben. Es bleibt nicht einmal Zeit darüber nachzudenken, dass man es später vielleicht gar nicht gebrauchen kann, weil man da vielleicht tot ist, warum auch immer. Es entfällt einem, dass das Leben sich innerhalb von Sekunden ändern und auf den Kopf stellen kann, so dass alle Planungen von der Decke fallen und quer durcheinander, teilweise sogar zerbrochen auf dem Boden liegen.

    Ich denke, dass ich mir in der nächsten Zeit ein wenig mehr vornehmen werde, mein Leben zu genießen, Dinge zu machen, die ich schon länger machen wollte und öfters zu lachen. Wer weiß, wann man diese Sachen nicht mehr machen kann…

    • Hey Charlie

      Danke für dein lieben Kommentar und die Ergänzung. Du hast soooo Recht! Jetzt beim Durchlesen musste ich auch an meine Schulzeit denken, weil, wie du schon sagst, man ja immer alles für die Zukunft macht. In meinem alten Job als Krankenschwester im Krankenhaus wurde mir immer schmerzlich vor Augen geführt, wie schnell sich ein Leben ändern kann, wie schnell eine unheilbare Krankheit kommt und das Leben sich dem Ende neigt. Besonders traurig ist dann zu sehen, wie viel diese Menschen noch vor hatten, viele verschieben ja ALLES auf die Rente! Und das ist KEINE GUTE IDEE!
      Noch ein Beispiel hierzu: Im Rahmen der Ausbildung mussten wir auch 12 Wochen in der Sozialstation arbeiten. Ich betreute eine Frau zu Hause mit ihrem türkischen Mann. Sie war schwer pflegebedürftig und war Dialysepflichtig. Sie hatte immer vor, in der Rente mit ihrem Mann unten in der Türkei zu leben. Dort, wo es so schöne Orangenbäume gibt. Sie schlief jede Nacht mit ihren Photoalben im Bett, immer die Erinnerung vor den Augen, was sie eigentlich vor hatte, bis dann das Nierenversagen von heute auf morgen kam. Diese Frau ist mir sehr im Gedächtnis geblieben.

      Ich selbst vergesse auch so oft im Hier und Jetzt zu leben, mache mir viele Sorgen über die Zukunft. Das möchte ich echt versuchen abzulegen. Denn wie du sagst; ich weiss nie was kommt & wie viel Zeit einem noch bleibt…

      • Hallo Hanna,

        Und ich danke für deine tolle Antwort.

        In diesem Job wird einem das wohl deutlicher vor Augen geführt als woanders sonst. Momentan frage ich mich, ob man, wenn man im Krankenhaus arbeitet, manchmal aus dem Fenster sieht und bemerkt, dass viele Leute da draußen arbeiten, um Geld zu verdienen und Pläne machen, wo das Leben doch gerne spontan und ohne Vorwarnung zuschlägt.
        Planlos durchs Leben gehen ist zwar auch nicht gut, aber ich zum Beispiel habe mir vorgenommen, mir nur noch ein bis zwei Ziele zu stecken, die ich in der Zukunft erreichen will. In näherer Zukunft, also in einem Zeitraum von 5 Jahren. Darüber hinaus möchte ich noch nicht planen, denn wer weiß, was da schon ist. Und den Tag für morgen will ich auch weniger planen. Ich merke, wenn ich zum Beispiel Arzttermine habe und solche Dinge abarbeite, dann macht mir der Tag viel weniger Spaß, als wenn ich einfach den Tag lebe, wie er eben kommt. Außerdem sind diese Tage mit Terminen irgendwie nervig. Ich liebe meine spontanen Tage – das sind dann auch die Tage, wo ich wirklich kreativ bin, weil ich mich eben nicht langweilen möchte. 🙂

        Und die Geschichte mit der Frau… Ich denke, wenn ich ehrlich bin, dass ich die Dame auch nicht vergessen hätte. Sehen wir es ein: Jeden Tag, den du nutzt, um deine Pläne und Wünsche, Ziele und Hoffnungen aufzuschieben, ist ein Tag mehr, den du dem Leben Zeit gibst, dir einen Strich durch all deine Träume zu machen.

        Liebe Grüße

        Charlie 🙂

  2. Ulrike Christiane Kahler Reply

    Hallo Hanna,

    was ich mir für diese Woche vornehme: unseren Standesamttermin im Leuchtturm Falshöft für den 15.04.2017 um 11.30 Uhr fest machen.
    Danke für deine ehrlichen Worte und ganz liebe Küsschen an dich und Heidi ??

    PS: guten Start in Frankfurt für euch beide ❤️???

    • Hey liebe Uli

      Oh wie schön, wir freuen uns schon sehr darauf!
      Das ist wirklich eine schöne Wochenaufgabe!
      Fühle dich feste umarmt xoxoxo

  3. Es sind Ereignisse wie diese, die einem in Sekunden die Illusion des ewig langen Lebens rauben können. Denn sind wir ehrlich… viele erträumen sich perfekte Umstände, in denen wir noch viele gesunde Jahre vor uns haben. Man verdrängt gern die Tatsache, das dies nicht so sein könnte. Der Tod ist ja auch kein Thema, über das man ständig nachdenken will. Das würde einen vielleicht auch früher oder später in den Wahnsinn treiben, da man dann wahrscheinlich ständigen Zeitdruck verspüren würde. Aber wie schon in den oberen Kommentaren geschrieben wurde… man sollte nicht immer alles verschieben… oder zu weit in die Zukunft denken. In der Gegenwart spielt sich alles ab… und die Zukunft muss erstmal geschrieben werden.

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