Der Punkt an dem ich nicht mehr reisen wollte

Hey Ihr Lieben

Heute möchte ich gerne über ein Thema schreiben, das mir schon lange im Kopf rum geht.

REISEN

 

Ich weiss, ich habe es hier schon öfters erwähnt, aber für alle die vielleicht neu dazu gestoßen sind: Ich reise für mein Leben gerne und war von 2015 bis 2016 auf großer Weltreise.
Hier mal eine kurze Auflistung meiner Reisen von meinem Tumblr kopiert:

2007 USA: Youngstown & Columbus, Ohio
2008 USA: Youngstown, Ohio
2009 Australia: traveled all the way from Sydney to Cairns, so Brisbane, Bayron Bay, Fraser Island, Whitsundays, Rockhampton and so on…
2010 USA: spent 2 and a half months over there, also went to Canada ( Niagara falls ) for 3 days, California; Los Angeles, San Francisco, Lake Tahoe, Kansas; Witchita, Ohio; Toledo, Youngstown, and last NYC
2011: Singapore and Indonesia; Bali + Lombokk
2012: USA: California; San Diego, Texas; Austin, Florida; Miami and the keys, NYC
2013: Thailand; Bangkok, Pattaya, Koh Samet, USA: Lake Tahoe, Austin, Maryland, Baltimore, Washington DC; London, Swiss, Strassbourg
2014: Istanbul, Spain: Mallorca, Israel: Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Netanya, Ein Gev, En Gedi, Dubai, South Africa: Garden Route, London, Birmingham
2015: India: Rajasthan, Bosnia: Sarajevo, Israel, Costa Rica, USA
2016: USA, Mexico: Playa del Carmen, Hongkong, Taiwan, Portugal, Italy, Turkey, Greek
Europe: London ( 4 times, just love it so much ), Amsterdam, Prague, Paris, Italy, Turkey ( as a child ), Spain ( as a child )

Wie ihr also sehen könnt, fehlt mir als Kontinent nur noch Südamerika =) Aber darum soll es heute nicht gehen, sondern darum, das ich, seit ich 18 bin, nie wieder aufgehört habe zu reisen, bis jetzt!

Genau, denn seit ich 18 bin, war ich jeden einzelnen Urlaub unterwegs. Ich war NIE in Deutschland oder einfach mal nur zu Hause. In der Ausbildung hatten wir wenig kurze Urlaube, dafür mehrere Wochen am Stück in denen ich immer weit weg geflogen bin. Waren es kürzere Episoden, habe ich Europa unsicher gemacht. Als ich mit 21 ins Arbeitsleben eingestiegen bin, ging das so weiter. Hatte ich manchmal 4 Tage frei, bin ich auch weg geflogen oder gefahren, aber das kam nicht so häufig vor. In den letzten 2 Jahren vor meinem Ausstieg hatte das Reisen aber eine ganz neue Dimension erreicht: ich war ständig unterwegs, nahm mir sogar 2 Wochen unbezahlten Urlaub um noch mehr Reisen zu können. Als ich auf meiner letzten Station auf 80% reduzierte, war ich ungelogen jeden zweiten Monat im Ausland. 2 Jahre exzessives Reisen und dann kam noch meine große Weltreise hinzu. In der bin ich zwar nicht ständig umher gezogen, es ging mir dabei auch darum, mich körperlich und seelisch zu erholen, aber der Fakt, das ich alle paar Wochen bis Monate trotzdem weiter zog, änderte nichts an der Tatsache, dass ich auf REISEN war.

Und ja, rückblickend würde ich sagen, das ich davon gelaufen bin, das ich die Reisen brauchte um irgendwie meinen Alltag zu überstehen. Das war gewiss nicht immer so, denn durch das viele Reisen lernte ich auch unglaublich viel dazu, aber die letzten 2 Jahre war es ein weglaufen vor mir selbst, meinem Alltag und meiner Arbeit. Ich war unglücklich & unzufrieden mit meiner Situation. Bis ich dann die Reißleine zog und mir eine Auszeit nahm, die allerdings wieder mit dem Reisen zu tun hatte!

Schnell viel mir auf, das ich eigentlich gar keine Lust mehr hatte zu reisen. Ja, im Ausland sein war schön, ich war bei tollen Freunden, durfte unfassbar schöne Momente mit meiner Freundin im Ausland erleben … aber dieses ständige : ich muss packen, ich muss weiter, ich muss mich beschränken … das ging mir auf die Nerven. Ich wünschte mir eine Homebase. Und ich hatte genug vom Fliegen. Am Anfang liebte ich es, an den Flughäfen zu sein, zu fliegen, unterwegs zu sein, aber damals wollte ich, das es aufhört. Ich wollte nicht mehr fliegen, nicht mehr stundenlang an Flughäfen sein, ja, ich wollte regelrecht das es aufhört! Ich sehnte meinen letzten Flug herbei: Portugal – Deutschland. Das war Ende Mai.

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Seit Juni 2016 bin ich zurück in Deutschland und bin nicht mehr gereist. Wir haben zwar in Deutschland hier und da Freunde besucht, aber in Deutschland zu reisen ist für mich nicht das gleiche Gefühl wie ins Ausland zu reisen.

Meine Gedanken sind nun: seit fast 9 Monaten bin ich nicht mehr gereist. Ich bin noch NIE 9 Monate NICHT NICHT gereist! Und vor allem : ohne die Aussicht auf die nächste Reise zu haben. Und ja, das ist ein sehr komisches Gefühl. Und ja, darüber mache ich mir schon meine Gedanken. Denn das bin/war so gar nicht ICH!

Bisher hatte ich mich auch mit keiner neuen Reise beschäftigt, wenn andere gereist sind oder ich mir Urlaubsbilder angesehen habe, war mir das egal. Heidi hat vor kurzem angefangen mit mir wieder über das Reisen zu sprechen. Das war seltsam. Um es kurz und knackig zu machen: Ich habe Angst! Angst davor, wieder mit dem Reisen anzufangen und nicht mehr aufhören zu können … Angst vor dem Gefühl, wie es wohl sein wird, wieder alles zu fühlen & zu erleben: am Flughafen sein, in den Flieger steigen u.s.w. Diese Gedanke macht mir Angst und ich hätte es nie für möglich gehalten das ich mal so darüber denken würde.

Aber was ich auch weiß: am Anfang dachte ich, ich hätte nichts durch meine lange Auszeit gelernt. Das stimmt nicht. So nach und nach kommen bewusst Dinge in mir hoch, die ich jetzt anders sehe. Heidi hat auch einen großen Teil dazu beitragen. Ich spreche davon, das ich gelernt habe, mehr im Moment zu sein. Im Hier & Jetzt. Ganz bewusst.

Deswegen will ich mir auch gar nicht mehr so ein Kopf machen über´s Reisen. Wenn es irgendwann ( und ich bin mir sicher das wird es! ) wieder soweit sein wird, dann weiß ich, das ich nicht mehr davon laufen muss, das ich nicht mehr nur konsumiere, sondern bewusst erlebe, das ich keine Angst mehr haben muss, das mein Alltag unerträglich wird, denn ich habe es in der Hand ihn zu ändern und zwar jederzeit!

Sind wir also gespannt, wohin die nächste Reise mich / uns führen wird ….

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(hebr: halev sheli noad lindod ba olam haze – mein Herz wurde dazu
gemacht, die Welt zu bereisen )

Bis zum nächsten Mal …

2 Comments

  1. Hallo Hanna,
    Schöne Gedanken.. mir ging es auch jahrelang so, dass ich immer nur für den nächsten Urlaub bzw. die nächste Reise gelebt habe. Der Gedanke an das Reisen hat mir geholfen meinen Alltag zu „überstehen“. Inzwischen reise ich zwar immer noch liebend gerne, ich genieße aber mein Leben in Wien wahnsinnig und bin mega glücklich mit meinem Alltag. Schöner Blog der zum nachdenken anregt!

    • Hallo Jennifer
      Vielen Dank für deine lieben Worte! Ja, da kommt man doch irgendwie schnell rein, in dieses Mühlenrad der Gesellschaft aus der man dann immer wieder ausbrechen möchte. Unsere „Flucht“ schien das Reisen zu sein. Aber es freut mich total zu hören, dass du deinen Platz gefunden hast in Wien und das Reisen sichtlich mehr genießen kannst. Das wünsche ich mir für mich selbst auch ( denke ich bin da auf einem guten Weg ). Liebe Grüße an Dich

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