Sicherer Hafen oder Neuland?

Ich habe mich ziemlich lange davor gescheut einen neuen Klartext Artikel zu verfassen, denn bei dieser Rubrik geht es oft um ganz persönliche Dinge. Dinge, die in meinem Kopf sind und die ich mit euch teile. 

Als wir auf Gran Canaria diese Bilder geschossen haben, habe ich sie länger betrachtet und mir dazu ein paar Gedanken gemacht, denn die Kulisse spiegelt für mich einiges aus meinem Leben wieder.

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Wie ich bereits hier berichtet habe, gibt es im Norden Gran Canarias diese „Natural Stone Pools“. Den Pool den ihr auf dem Bild seht, ist der direkt vor unserer Haustüre gewesen. Das Bild zeigt zwar nicht das ganze Spektrum, aber ich möchte es auch gerne erklären. Das klare Wasser, was ihr seht, ist der Pool. Der sichere Hafen, die Komfortzone in der ich mich bewege. Dann gibt es rechts diese dicke Mauer. Die Linie, der Weg, auf dem ich bin. Und ganz rechts ist das offene Meer bzw auch wenn man  gerade aus schaut. Das spiegelt das Neuland, die gewagten Entscheidungen wieder. 

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Allerdings ist in meiner Komfortzone auch nicht immer alles so einfach, aber das ist ein anderes Thema.

Komfortzone oder Neuland ?
Und so stehe ich nun da, immer mit der Frage ? Komfortzone oder Neuland wagen ?!? Ich denke diese Frage stellen sich ganz viele Menschen und die perfekte Antwort gibt es nicht.
Als ich damals alles in Deutschland verkauft und aufgegeben habe um auf große Reise zu gehen, da habe ich einen riesen Schritt aus meiner Komfortzone heraus gewagt. Ich möchte es fast wie mit Schwimmen im offenen Meer vergleichen, so habe ich mich damals gefühlt. Ich wusste nicht mehr wo oben & unten ist, hatte keinen Orientierungspunkt mehr. Und dennoch habe ich meine Entscheidung niemals bereut. Ich habe so unfassbar viel gelernt auf meiner Reise, so viel Neues dazu gewonnen, natürlich auch negatives erlebt ( das bleibt einem ja schlichtweg nie erspart ). Damals war alles ein bisschen wilder & freier. Und meine Komfortzone, der sichere Pool, sehr sehr klein.

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Der Schritt aus der Komfortzone heraus
Heute sieht das nicht mehr so aus. Meine Komfortzone ist viel größer geworden. Ich habe einen festen Wohnsitz, feste Arbeit und bin zurück in Deutschland, das Land in dem ich geboren und aufgewachsen bin.

Dennoch möchte ich nicht in meinem sicheren Pool bleiben was die Arbeit betrifft. Ich dachte vor 3 Jahren ich würde den Absprung aus dem Klinikum, aus der Pflege schaffen. Offensichtlich sollte diese Zeit für mich noch nicht gekommen sein. Aber ich habe begriffen & gelernt, das niemand an meine Türe klopfen wird und mir die perfekte Lösung ( oder Job ) anbietet. Ich muss dafür auch was tun.

Also habe ich in meinen dunkelsten Stunden einen Plan erstellt. -> an dieser Stelle möchte ich ein großes Dankeschön an meine Freundin Heidi ♥ aussprechen, die mich sehr unterstützt hat dabei! <- 

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Da stand ich also, die Wahl zwischen dem sicheren Hafen und der großen Weite, dem Neuland. Bitte glaubt mir, ich weiss, dass es nicht einfach ist, Neuland zu bestreiten, egal in welcher Hinsicht. Ob emotional, arbeitstechnisch oder persönlich. Aber ich hatte einmal mehr die Qual der Wahl und habe eine gute Zwischenlösung für mich gefunden.

Ich werde ab Juli nur noch 70% arbeiten. Wie ich bereits erwähnt hatte, möchte ich mich diversen Weiterbildungen widmen. Ich habe mich im Dezember für den Wundtherapeuten angemeldet, ab September / Oktober möchte ich die IHK Weiterbildung „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ versuchen und wenn alles glatt läuft, nächstes Jahr noch die Weiterbildung zur „Study Nurse“ absolvieren. Soweit so gut – der Plan steht. 

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Gespannt & nervös zugleich
Falls ihr euch jetzt fragt, wieso dass Neuland für mich ist ( „nur“ zu entscheiden, was ich für Weiterbildungen mache ) dem sei gesagt, dass das für mich eine wirklich große Herausforderung & komplettes Neuland ist.

Ich kenne nur die Pflege. Ich kenne nur das System Krankenhaus. Ich mache seit 10 Jahren nichts anderes. Und genau deswegen ist es etwas völlig Neues, mich weiter zu bilden um zu sehen, was daraus wird.
Ich bin gespannt, aufgeregt und unheimlich nervös. Ich habe absolut keine Ahnung wo es hinführen wird. Ob ich es schaffe, ob es überhaupt zu etwas führen wird u.s.w. Aber ich muss VERTRAUEN!!! ( wieso ich denke, dass genau das Thema “ Vertrauen“ meine aktuelle Lebensaufgabe ist, erzähle ich dir in einem anderen Klartext Artikel )

Jetzt seid ihr wieder Uptodate =) 
So laufe ich nun, mit vorsichtigem Schritt auf meiner Mauer, zwischen dem sicheren Pool und dem offenen Meer. Ich wünsche uns allen ein bisschen weniger sicherer Hafen und ein wenig mehr Neuland.

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Bis zum nächsten Mal …

 

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