Wie Tattoos mein Selbstbild verändert haben

Hey Ihr Lieben

Selbstliebe & Akzeptanz
Schon wieder zu spät diese Woche hau ich meinen Artikel raus, der mir nicht ganz leicht fällt zu Schreiben. Es geht nämlich um Selbstliebe und Akzeptanz. Schwieriges Thema, vor allem in der heutigen Zeit wo es doch nur um „Sex sells“ geht und in der man auszusehen hat wie ein Top Model. Zwar steuern immer mehr Kampagnen dagegen, was ich super finde, aber es sind einfach viel zu wenige!!!!

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Auch ich habe jahrelang unter einem furchtbaren Selbstbild gelitten. Ich fand mich fett, meine Haut ist viel zu hell und da es nicht dem europäischen Schönheitsideal entspricht, nämlich gebräunter Haut, empfand ich immer große Scham wenn ich kurze Sachen anzog und habe mir nicht nur einmal gefährliche Sonnenbrände zugezogen. Das Gedankenspiel dass ich zu dick bin ( wobei dick natürlich übertrieben ist, aber ich hatte einfach nicht diese verdammten Modelmaße ) ging sogar soweit, dass ich nichts an Essen zu mir nehmen konnte, ohne mich sofort danach schlecht zu fühlen, weil es zu viele Kcal gewesen sein könnten. Ein unendlicher, furchtbarer Kreislauf in dem ich mich befand. Dazu kam, dass ich mit 18 eigentlich sehr schlank war und durch meine Ausbildung zur Krankenschwester tatsächlich 5-8kg zugenommen hatte. Ich vermute mal, durch das unregelmäßige Essen wegen der Schichtarbeit.
Die Ausbildung war eine schlimme Zeit, ständig drehten sich meine Gedanken um meine Figur und wie ich endlich abnehmen könnte, um diesen perfekten Körper zu bekommen, die perfekte Haut zu erlangen mit der perfekten Mode in Kombination. Die traurige Wahrheit: ich war tot unglücklich. Nichts essen zu können ohne sich schlecht zu fühlen war grauenhaft. Ich möchte nicht sagen, dass es eine Essstörung war, es ging jedoch definitiv in diese Richtung.

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Keine perfekte Modelfigur
Mit ein paar kg zu viel habe ich also die Ausbildung überstanden und bin in die Arbeitswelt eingetreten. Immer noch getrieben, von dem Gedanken, keine perfekte Modelfigur zu haben ging ich damals 2011 nach Singapur und Indonesien. Dort erkranke ich so schwer, dass ich innerhalb von 3 Wochen 6kg verlor und nur mit großer Mühe und toller Versorgung durch meine Freundin und Arbeitskollegin die Heimreise schaffte. Ich nahm sogar so weit ab, dass ich mir anfing selbst Sorgen zu machen, da ich für kurze Zeit unter die 50kg Grenze kam …. Mir passten plötzlich keine Klamotten mehr, alles war zu groß und schlabberte. Nach ein paar ärztlichen Untersuchungen kam die Entwarnung: keine Parasiten, keine Hepatitis und auch kein Malaria oder ähnliches! Glück gehabt!

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Doch aus irgendeinem Grund ging die Odyssee weiter : ich war zwar von meinem Gewicht runter, aber meine Haut war ja noch so hell und somit hässlich und ich war immer noch nicht modisch dort angekommen, wo ich hinwollte.

Ein paar Jahre vergingen, ein paar Gewichtsschwankungen auch … und es kamen nach und nach Tätowierungen auf meinem Körper hinzu.

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Angefangen hatte alles mit einer Calla auf meinem Rücken, gestochen in den USA. Meiner ersten großen Reise die nachweislich mein komplettes Leben verändert hat.
Jedes Tattoo ( bis auf eines ) hat eine eigene Geschichte, einen eigenen Hintergrund. Ich habe oft Jahre überlegt bis ich ein Motiv auf meiner Haut verewigt habe. Und so kam über die Jahre immer wieder eins dazu.

If your body is a temple, why not decorate the walls?
Am Anfang habe ich gar nicht recht begriffen, wie sehr die Tattoos mein Selbstbild verändert haben. Ich habe früher nie meine Beine gezeigt, aus Angst, ich könnte wegen meiner extrem hellen Haut angestarrt werden.
Ich habe einmal einen Spruch gelesen: Wenn dein Körper ein Tempel ist, wieso dann nicht die Außenwände dekorieren? Und da dachte ich mir: genau ?!? Wieso verstecken, wenn ich meinen Körper mit schönen Motiven verzieren kann?

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Natürlich war das nicht der Beweggrund um mit den Tattoos anzufangen. Aber das eine kam zum anderen. Ich wollte persönliche Erinnerungen auf meinem Körper verewigt haben und heraus kam dabei, dass ich mehr Gefallen an meinem Körper gefunden habe. Heute schauen die Leute auf meine Beine wegen meiner Tattoos und nicht weil ich so helle Haut habe ( haha, bilde ich mir zumindest ein ).

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Seit meiner langen Auszeit ( und auch schon kurz davor ) habe ich einige Dinge in einem ganz neuen Licht gesehen, unter anderem auch mich selbst. Wie wichtig Selbstliebe ( spreche hier von gesunder Selbstliebe und nicht überheblicher Arroganz ) und Selbstakzeptanz sind! Heute, mit fast 29, weiss ich endlich, dass ich keine Modelmaße haben muss um schön zu sein oder als schön definiert zu werden. Ich weiss, dass Heidi mich auch mit meiner hellen Haut liebt, obwohl wir im Sommer immer wie ein aufgeschnittener Kinderriegel aussehen =D ( sie dunkelbraun, ich – weiß wie Milch ). Und ich habe gelernt, das ich modisch keine Höchstleistungen erbringen muss, denn Menschen die von innen heraus strahlen, können meistens anziehen was sie wollen und sehen darin gut aus!

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Neidisch auf ..
Natürlich gibt es immer noch die Tage, an denen ich anderen Frauen neidische Blicke zuwerfe für ihre super Figur oder ihre tolle braune Haut. Davor kann man sich, mit der ganzen Medienbeeinflussung, vermutlich auch nicht komplett verschließen. Aber man kann lernen, sich davon zu distanzieren und sich selbst mehr Selbstachtung schenken.

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Und so kann ich auch wieder ganz unbeschwert meine 2 Teller Pasta essen =)

( Ich möchte noch ausdrücklich darauf hinweisen, kein Tattoo unter 18 Jahren plus eine gesunde Lebensweise ist genau so wichtig, wie gesunde Selbstliebe !
Und ja, meine Tattoos sind vielleicht nicht alle perfekt, aber das bin ich auch nicht und es ist immer noch (Körper) Kunst von der wir hier sprechen, also bitte keine schnellen Vorurteile )

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Ich werde auf Instagram ab Mittwoch jeden Tag ein Bild von meinen Tattoos posten und dazu die Story dahinter erzählen 😉

Bis zum nächsten Mal …

Übrigens; dieses Mal sind die Bilder bearbeitet, damit man die Tattoos in ihrer Detailreiche sehen kann

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